SAM

Selbsthilfe für Abhängige und Mitbetroffene

      

              Thema des Monats


     


Exzessiver Mediengebrauch

Kriterien für Medienabhängigkeit         

-         Einengung des Verhaltensraums

Es wird über einen längeren Zeitraum der größte Teil der zur Verfügung stehenden Zeit mit Computer oder Smartphone verbracht. Dies geht nicht nur zu Lasten von anderen Freizeitbeschäftigungen. Es werden auch weitere wichtige Lebensbereiche wie Familie, Schule, Arbeit und sogar Ernährung und Körperhygiene vernachlässigt.

-         Kontrollverlust

Alle Versuche, die Mediennutzung einzuschränken oder zu unterbrechen, scheitern. Gute Vorsätze können nicht eingehalten werden.

-         Toleranzentwicklung

Es muss zunehmend mehr Zeit am Computer, Smartphone oder der Spielkonsole verbracht werden, um die angestrebte positive Stimmung zu erreichen.

-         Entzugserscheinungen

Typisch sind allgemeines Unwohlsein, Unruhe, Konzentrationsstörungen, Nervosität, Gereiztheit und Aggressivität. Es gibt abhängige Jugendliche, die die Einrichtung zerstören und ihre Eltern tätlich angreifen, wenn diese den Zugang sperren.

-         Negative soziale Konsequenzen

Soziale Kontakte werden abgebrochen, es gibt Ärger in der Schule und/oder der Arbeit und die familiären Beziehungen leiden unter der Abhängigkeit.

Nach unterschiedlichen Erhebungen sind in Deutschland ca. 4 Millionen Menschen suchtgefährdet!

In Extremfällen verbringen Internetabhängige bis zu 16 Stunden täglich am Computer!

Bereits 21% der Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und sieben Jahren nutzen das Internet. Bei den Acht- und Neunjährigen sind es sogar 48%!

In Deutschland sind ca. 280.000 Jugendliche medienabhängig (Verdopplung binnen vier Jahren)!

Derzeit sind 7,1% der 12- bis 17-jährigen Mädchen und 4,5% der gleichaltrigen Jungen medienabhängig!

Insgesamt sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 12 und 25 Jahren durchschnittlich 22 Stunden pro Woche online und das ausschließlich zum Kommunizieren, Spielen oder zur Unterhaltung. Die Zeit, die sie im Zusammenhang mit Schule, Studium oder Beruf im Netz verbringen, ist dabei noch gar nicht eingerechnet. Das Smartphone spielt mit 77,1% als Zugangsweg ins Internet die größte Rolle!